Weniger = mehr: Die Kunst, kreativ und produktiv zu sein.

Weniger ist mehr - kreativ und produktiv bleiben

Zugegeben – in meiner täglichen Arbeit war ich bisher ein ziemlicher Chaot. Während es da draußen Menschen gibt, die ihren beruflichen und privaten Alltag in ToDos, Listen, Jahresplänen und anderen wenig sexy klingenden Methoden strukturieren, überlegte ich mir am Abend vorher, wie mein Tag morgen ungefähr verlaufen wird. Mit Ausnahme von Terminen oder Produktionen, also immer dann wenn andere Personen beteiligt sind. Bis heute hat sich daran auch wenig geändert, weil ich mit Systemen und Methodik eher Zwang, Kontrolle und überhaupt nichts kreatives in Verbindung bringe.

Flexible Routinen statt starrem Tagesplan

Vielmehr versuche ich seit einiger Zeit, FLEXIBLE Routinen für Arbeit, Erholung, Inspiration und Sport als wichtige Bestandteile in meinem Alltag zu etablieren. Auch das klingt zunächst wenig kreativ, hilft mir jedoch dabei, notwendige Pausen einzulegen und mich geistig und körperlich fit, kreativ und produktiv zu halten. Im Klartext: Es gibt ein mehr oder weniger festes Muster, wie ich meine Tag strukturiere. Als primäre Faktoren gelten hierbei produktive Phasen (Arbeit), Erholung (Pause) und Inspiration (Input). Wichtig ist dabei der Wechsel, also die regelmäßige Unterbrechung der produktiven Phase durch aktive Erholung oder Inspiration. Mein Hund Oskar ist da ein guter Trainer und Motivator. Inspirationsquellen sind bei mir wiederum sehr vielfältig. Ein Buch, ein Blog, ein Podcast, ein Gespräch im Café… ich schätze alles, was mir positiven Input liefert. Mindestens jeden zweiten Tag sollte dann der sekundäre Faktor, der Sport, integriert werden. Für jemanden, der mit dem Sport einmal seinen Lebensunterhalt bestritten hat, erfordert das ein enormes Umdenken.

Ablenkung gezielt in Pausen packen

Ganz gleich ob ich im Büro, im Studio oder zuhause arbeite – Ziel ist es, die Produktiv-Phasen möglichst effektiv zu gestalten. Typische 10-Minuten-Ablenkungen wie Emails checken, Tisch abräumen, Geschirr spülen, Insta checken etc. gilt es unbedingt zu vermeiden. Der Journalist Tony Schwartz veröffentlichte hierzu in der New York Times einen Artikel und beschrieb eine Methode, die sich nach den mitwirkenden Forschern „strategische Erneuerung“ nennt. Diese Methode beinhaltet Aktivitäten wie beispielsweise tagsüber trainieren, Nachmittagsschlaf, Lesestunden und mehr Zeiten außerhalb des Büros. Diese Unterbechungen sorgen für eine gesteigerte Arbeitsleistung in den Produktiv-Phasen und fördern zudem die geistige und körperliche Gesundheit. Denn: Wir können die verfügbaren Arbeitsstunden pro Tag nicht erhöhen, sehr wohl aber die Effektivität. In kurzen, planmäßigen Pausen mit sinnvollem Inhalt erholen und regenerieren wir uns.

Erlaubt ist was hilft

Inspiriert von diesem Artikel und den darin zitierten Studien erstellte ich einen modularen Tagesablauf, in dem jeweils 90-minütige Arbeitsphasen integriert sind. Diese „Work blocks“ werden durch 30-minütige Pausen unterbrochen. Dazu eine 2-stündige Mittagspause. Ja, du hast richtig gehört. Ich machen 2 Stunden Mittagspause. In dieser Zeit esse ich, gehe mit Oskar eine große Runde, höre dabei Podcasts oder auch einmal nur den Vögeln zu. Auch der Einkauf für den Abend lässt sich gelegentlich unterbringen. Und wenn ich die Nacht zuvor einmal wenig Schlaf bekommen habe, mache ich sogar ein kurzen Nickerchen.

Im Ergebnis habe ich eines natürlich nicht: Einen 9-to-5 Tag. Hier ein Auszug meiner Tagesplanung mit frei kombinierbaren Optionen:

Spaziergang mit dem Hund auf nüchternen Magen
Frühstück mit erstem Input (Social Media / News / Radio)
Work block 1 (Büro-Aufgaben mit hoher Prio / Mails)
Input break (Social Media / Blogs / Magazine)
Work block 2 (Produktiv-Block)
Mittagspause (Essen / Hund / Training / Power nap)
Work block 3 (Aufgaben mit mittlerer Prio)
Rest break (Spaziergang mit Hund / Power nap)
Work block 4 (Aufgaben mit geringer Prio / Mails)
Social activity (Training, Café, Restaurant, Familie, Freundin)
Input (Social Media / Blogs / Magazine)
Schlaf (bestenfalls 8 Stunden)

Weniger Arbeitszeit – mehr Leistung

Es verbleiben also 6 reine Arbeitsstunden, in denen ich wesentlich effektiver und ohne Ablenkung Vollgas geben kann. Mit frischem Geist, gesundem Körper und einer Menge über den Tag gesammelten Input.

Wer die Möglichkeit hat, diesen Tagsplan einmal zu testen, dem kann ich zwei Dinge ans Herz legen: 1. Lass dich nicht von der Meinung anderer beinflussen, denen dieses Modell nicht in ihr Weltbild passt. 9-to-5 Dienst nach Vorschrift ist nichts für Macher. Und nicht jeder kann Vordenker und Macher sein. 2. Verstehe diese Struktur als groben Rahmen, nicht als Gesetz. Wähle deine Breaks so aus, wie sie für dich ideal sind. Taste dich heran. Im Idealfall bist du Abends gücklich erschöpft aber nicht völlig ausgelaugt und freust dich auf dein Bett und auf die Dinge, die du morgen umsetzen kannst.

High five
Ralph

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